Von Münzen und Menschen

Egal, welche Münze ich in die Hand nehme: Ich könnte den Wert fühlen. Er wurde in das Metall eingeprägt.

Gestern stolperte ich über ein kleines Wort, das in der Predigt fiel: das Wörtchen »beeindruckt«. Es ging um die spannende Geschichte, die sich genauso heutzutage in manchen Ländern zuträgt: Zwei Männer sollen daran gehindert werden, von Jesus zu erzählen. Sie müssen deshalb eine unangenehme Nacht im Gefängnis verbringen – mit der Ungewissheit, wie viele Tage und Nächte es wohl noch werden? Und ob sie unversehrt wieder die Außenwelt erleben können? (Apostelgeschichte 4)

Ein beeindruckendes Erlebnis für diese zwei und ihre Freunde! Kurz nach dieser Begebenheit werden auch schon die ersten Christen hingerichtet: Jakobus und Stephanus. Viele folgen ihnen unmittelbar darauf. Die Angst geht um und will die Christen lähmen.

Wenn heute die IS-Terrormiliz Videos von Köpfungen veröffentlicht, verfolgt sie genau diese Taktik: Angst soll die Gegner tief prägen und mutlos machen.

Zurück zur Geschichte, denn hier passiert das Außergewöhnliche: Statt die Waffen zu strecken und den Mund ab sofort zu halten, gehen die beiden Männer in ihre Gemeinde. Dort berichten sie alles und dann … ja dann bitten sie Gott um den Mut, den Mund aufzumachen und von Jesus weiter zu erzählen. Und Gott? Er erhört dieses Gebet sofort, so dass alle Beteiligten in ihrem Umfeld Jesus verkündigen.

Ja, wieso lassen sie sich nicht von der drohenden Gefahr bestimmen? Was ist ihr Geheimnis? Was kann ich von ihnen lernen?

Es ist die Prägung. Ich selbst lasse mich zu oft durch einfaches Säbelrasseln beeindrucken. Mir prägt sich das Gefühl der Hilflosigkeit bei dem Vorwurf, intolerant zu sein, zu tief ein – nur weil ich Jesus als den einzigen Weg zu Gott bekenne. Oder ich bin beeindruckt von den Medien, die Christen als ewig gestrig und fundamentalistisch darstellen – nur weil sie sich an den Maßstab der Bibel halten. Es geht letztendlich immer um das, was den tieferen Eindruck in mir hinterlässt.

Doch es gibt Hilfe. Als Christ kann mich zunehmend die Liebe Gottes prägen. So wird einerseits die Liebe zu Gott selbst spürbar, die bereit ist, sich ganz in seinen Dienst zu stellen. Andererseits zeigt sie sich an der Liebe zu den Menschen, die Gottes Rettung an sie weitergibt.
An dieser Prägung kann ich selbst aktiv mitgestalten, indem ich ein paar Entscheidungen treffe: In welcher Prägeanstalt will ich leben? Ist Gott oder sind Menschen meine Münzmeister?

IMG_2992[1]An der Prägung erkenne ich den Wert der Münze. Und meine Prägung bringt auch ans Licht, woher ich stamme.

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