März 30 2020

1. Teil: Gottes Werk und Teufels Beitrag

Das Urheberrecht

Als junge Frau habe ich gerne gemalt. Wenn mir ein Motiv gut gelungen war, habe ich es mehrmals in verschiedenen Variationen dargestellt. Und jedes Mal war ich begeistert: Die Bilder waren geglückt!

Die Gemälde gefielen mir selbst so sehr, dass ich sie gerne meiner Familie gezeigt habe. Das war kein Angeben, sondern pure Freude am Geschaffenen.
Wie verletzend wäre es für mich gewesen, wenn irgendjemand von sich behauptet hätte: „Die habe ich gemalt!“ Das hätte ich nicht einfach hingenommen, sondern wäre auf die Barrikaden gegangen.

Das versteht jeder. Komisch ist nur, wie normal wir es finden, wenn Gottes „Urheberrecht“ verletzt wird.

„Gottes Werk …“

Ursprünglich gab es keine Erde, keinen Weltraum, keine Sterne, keine Sonne, keinen Mond. Es gab kein Material. Es gab auch keine Zeit. Es gab nur Gott. Das können wir uns mit unserem Verstand nicht vorstellen, weil unser Denken an Zeit und Raum gewöhnt ist und tatsächlich nie ohne Material – sondern nur mit Hilfe bestimmter chemischer Vorgänge – möglich gewesen ist.

Und dann sprach (!) Gott. Und nach und nach erschuf er allein durch seine Worte unser Universum mit all seinen Gesetzesmäßigkeiten. Nebenher ließ er die Zeit entstehen, regelte sie durch Sonne und Mond sowie durch das Rotieren der Erde um ihre geneigte Achse und um die Sonne. Es entstanden Tag und Nacht und die vier Jahreszeiten. Durch sein Reden erschuf Gott die Lebewesen, die Einzeller wie die Amöben bis hin zum Menschen wie dich und mich. Für uns ist dieses Anfertigen ohne Materie unvorstellbar.

Auch sämtliche physikalischen Gesetzmäßigkeiten im winzigen Atom

über alle biologischen Gegebenheiten der Pflanzenwelt

und aller Lebewesen

bis zum gigantischen Weltall mit seinen Anziehungskräften und schwarzen Löchern

ist kaum zu begreifen, geschweige denn selbst auszudenken.

Dazu kommt die soziale Ordnung, ohne die das Zusammenleben der Geschöpfe zum Scheitern verurteilt ist: die Liebe.

Zum Schluss sah sich Gott an, was er da erschaffen hatte, und „es war sehr gut“.

Wenn ich schon meine selbstgemalten Bilder toll fand und sie bis heute schützend aufbewahre, wie viel mehr muss Gott an seiner Schöpfung interessiert sein und sie lieben?!
Wenn ich meine Bilder unter meinem Namen laufen lasse und keinen anderen Urheber akzeptieren will, wie viel mehr wird Gott seine Schöpfungs-Ehre niemand anderem überlassen wollen?! Auch nicht dem vom Menschen erfundenen „Zufall“ …

Gottes Werk?

Doch nun kommen wir Geschöpfe daher und sprechen Gott dieses gewaltige Unternehmen ab. All das wunderbare soll von allein entstanden sein? Der Mensch geht häufig noch weiter und behauptet, es gäbe gar keinen Gott. Sehenden Auges und hörenden Ohres ignoriert er jede Vernunft. Wie gering ist die Wahrscheinlichkeit, dass alles von allein hervorgegangen ist und sich genau so sinnvoll entwickelt hat, dass es solch einen Bestand hat?

Wie viele Jahre braucht es, bis ein Computer von alleine entsteht? Ist das überhaupt möglich? Vor allem, wenn es vorher nicht einmal das kleinste Atömchen von dem nötigen Material dazu gegeben hat?

Nachdem Gott seine geniale Schöpfung beendet hatte, bewies er Herz. Weil er die Liebe in Person ist, machte er ein großzügiges Geschenk: Er vertraute dem Menschen seine ganze Schöpfung an und ließ ihn in völliger Freiheit sein Leben führen. Damit ging er ein gewaltiges Risiko ein.

Es wäre für ihn kein Risiko gewesen, wenn er den Menschen gezwungen hätte, sich in allen Belangen immer nur an ihn, Gott, zu wenden. Wenn er den Menschen zu einer lebendigen Marionette geschaffen hätte.

Gott aber wollte keinen Zwang, sondern Freiheit. Er wünschte sich freiwillige Vertraute und nicht gezwungene Befehlsempfänger. Und damit ging er ein unglaubliches Wagnis ein, dass letztendlich seine Schöpfung zerstören konnte.

Indem Gott ein einziges Gebot gab („Iss nicht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen), ermöglichte er dem Menschen die Wahl zwischen sich und der anderen Macht, die ihn hasste. Und was tat der Mensch? Er wollte „klug sein wie Gott“. Nur, dass ihm natürlich die Kraft fehlt, mit dem Bösen fertig zu werden.

„… und Teufels Beitrag“

Als der Mensch sich gegen Gott entschied, bekam er einen neuen Herrn, dem er ab sofort ausgeliefert war. Es war, als hätte er seinen Chauffeur gewechselt: Der Fürsorgliche wurde eingetauscht durch den Boshaften. Gott hatte den Menschen gewarnt: Wenn du nicht mit mir unterwegs bist, wirst du sterben. Das war keine Strafe, sondern ist die natürliche Folge, falls man den Vernichter ans Steuer lässt und den Lebensschöpfer nicht beachtet.

Seitdem geht es mit der Schöpfung bergab. Seitdem ist auch das soziale Leben gestört. Seitdem gibt es kein Paradies mehr, sondern viele Menschen machen bereits „die Hölle auf Erden” durch. Die einen mehr, die anderen weniger. Aber alle haben die Sehnsucht nach Leben, nach Unversehrtheit, nach Unvergänglichkeit.

Doch Gott wäre nicht Gott, wenn er das nicht schon vorher bedacht hätte und einen Ausweg geplant hätte.

Siehe Teil 2 – Der Ausweg



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Veröffentlicht30. März 2020 von Eleonore Schmitt in Kategorie "Allgemein

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