Februar 19 2018

Abhängigkeit

In den letzten Wochen habe ich mir oft Gedanken gemacht, was unseren Glauben von dem der Frauen  in afrikanischen Slums unterscheidet (über sie hatte ich einen Bericht gelesen).  Als Kinder unserer Zeit und Welt haben wir es schwer, in der Abhängigkeit von Gott zu leben – jene praktizieren es allein schon aus der Not heraus. Diese Afrikanerinnen sind mir zu einem Vorbild geworden – und gaben mir dadurch den Anstoß zu dem folgenden Gedicht:

Abhängigkeit

Huskyherz@pixelio.de

Freiheitsliebend, wie ich nun mal bin,
fällt mir oft das Folgen schwer.
Welch ein Adler hat so etwas im Sinn,
fliegt hoch am Himmel er daher?
Unterordnung, blindes Vertraun,
gar die Kontrolle verlier‘n?
Das liegt mir nicht, muss selber schau‘n
und alles inspizier‘n.

Rainer Sturm @ pixelio.de

Ich kauf mir, was ich brauch, im Internet
oder mach mich dort gescheit.
Amazon mit PayPal. Und Pinterest –
Wikipedia ist nie weit.
Zwickt es mich am linken dicken Zeh,
such ich Hilfe für mein Leid:
NetDoktor erklärt mir Ach und Weh,
und die Umschau weiß Bescheid.

Beziehung leb und pflege ich
angepasst an meine Zeit:
In Facebook like und poste ich;
so red ich auch per Skype.
Im Keller ist mein Fitnessraum.
Dort treibe ich den Sport.
Drum brauche ich Bewegung kaum,
fahr mit dem Opel fort.

Das Leben hier in unserer Zeit
sowie in unser‘m Weltenteil
macht frei uns von Abhängigkeit,
von Menschen, Gott und Heil.
In Armutsvierteln, Ghettos, Slums:
Da sieht das anders aus.
So mancher hat hier Gott erkannt,
und fand aus inn‘rer Not heraus.

Wo finde ich das Lebensglück – und wie?
Gekoppelt ist’s mit Gottes Hand!
‘Abhängigkeit’ heißt doch der Menschheits-Key,
und Passwort ist der ‘tiefe Dank’.
So fehlt das Lachen in der Reichenwelt,
den weisen Armen gehört es wohl.
Sie sind vermögend hier auch ohne Geld,
doch wir sind arm und seltsam hohl.

sokaeiko@pixelio.de

Drum wend‘ ich meinen Sinn zu dir,
mein Gott, und geb‘ dir ab:
Kontroll‘ gehört nicht länger mir,
die werf‘ ich gern ins Grab.
Führe du mich deinen Weg zum Ziel,
und gib mir, was ich brauch.
Ich bin zufrieden, ob karg ob viel –
um and’re kümmer ich mich auch.

Als Adler schwebt‘ ich einst daher,
so stolz und unabhängig.
Ich suchte Glück und auch viel Ehr –
doch: Leben ist vergänglich.

Heut’ werde ich gern getragen
von Gottes starken Schwingen.
Ewig möcht‘ ich davon sagen
und Jubel-Lieder singen.

Eleonore Schmitt

Februar 14 2018

Warum eigentlich?

Glaubens-Fragen

Ihr glaubt an Fortschritt und an Wahlversprechen,
ihr glaubt der Werbung jedes Wort,
ihr glaubt dem Börsenkurs
trotz aller Wirtschafts-Schwächen,
ihr glaubt, das Glück wohnt nur am fremden Ort,
ihr glaubt an das vorausgesagte schöne Wetter,
obwohl es regnet fort und fort,

Rudis Fotoseite.de / pixelio.de

glaubt, was die Morgen- und die Abendblätter
in ihren schrecklichen Geschichten
euch aus der ganzen Welt berichten,
und in der Kunst,
da glaubt ihr an den größten Schrott.

Warum nur, sagt mir,
glaubt ihr nicht an Gott?

(Elli Michler)

Jeder Mensch glaubt an etwas. Und unser Glaube ist – ob wir das wollen oder nicht – die Basis unseres Seins und unseres Handelns:

• Kaum erwähnt der Nachrichtensprecher die heranrollende Grippewelle, da ziehen wir den Kopf ein und kaufen Vitamine, deren Wirkungsweise höchst umstritten ist. Wir starren auf die Viren und verlieren uns in der Sorge um unsere Gesundheit. Wir glauben den Panikmachern – und vertrauen ihnen unsere Vorsorge an.

Thommy-Weiss_pixelio.de

• Da verkünden uns Ideologen, dass Kinder klug werden, wenn sie möglichst früh in die Krippe oder die Kita kommen. Dass frühkindliche Bindung an die Eltern aber nicht nur Bildung, sondern auch seelische Gesundheit fördert, wird abgetan als mittelalterliches Märchen. Wir glauben den Meinungsmachern – und vertrauen ihnen unsere Familie an.

• Schon die staunende Antwort entlarvt den Karriereglauben: „Was, du arbeitest nicht?“ Sind denn die Betreuung der eigenen Kinder oder unserer Eltern und das Ehrenamt keine Tätigkeiten, die zwar Mühe machen, jedoch großen Wert haben? Wir glauben den sozialen Trendsettern – und vertrauen ihnen unsere Gesellschaft an.

Wir begeben uns durch unseren Glauben in Abhängigkeiten

und verlieren wie echte Sklaven unsere Freiheit. Wie werde ich aber immun gegen alle diese Stimmen, die mein Leben regeln wollen? Nur durch einen Glauben an jemanden, der es ausnahmslos gut mit mir meint: an Jesus Christus, der selbstlos liebt. Seine Worte (s. Bibel) ermutigen, fördern und stärken. Wer sich an sie hält, wird frei und unabhängig.

Da passt die Losung (bzw. der Lehrtext) für heute:

„Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
Johannes 8,31 + 32

Die Frage von Elli Michler bleibt: „Warum nur glaubt ihr nicht an Gott?“
Ja, warum vertrauen wir uns nicht mit Haut und Haar, mit Geist und Seele ihm an und erleben, dass die Abhängigkeit von ihm unser eigentliches Glück bedeutet?