Juni 3 2015

Systemfehler?

Hausplanung
Thorben Wengert / @ pixelio.de

Vor Jahren erbte ein Bekannter von uns ein Haus. Damit wurde ein Traum für ihn wahr: Er konnte mit seiner Frau aus dem Mehrfamilienhaus ausziehen in ein eigenes Heim mit Garten. Wow! Ein Geschenk Gottes!

Der Schönheitsfehler an dem Ganzen war, dass ein anderer Verwandter ihm das Erbe streitig machen wollte. Es folgte Unfrieden auf der ganzen Ebene. Da entschied sich das Ehepaar, das Haus dem Kontrahenten zu überlassen: Er sollte darin glücklich werden.

Wir lernten Hans und Ella erst nach diesem Vorfall kennen und begleiteten sie noch fast bis an ihr Lebensende: Die beiden strotzten vor Lebensfreude. Ihre Unbeschwertheit war imponierend.

Solche Menschen erinnern mich immer wieder daran, dass diese Welt eigentlich besser gemeint war, als sie heute ist. Denn schalte ich die Nachrichten ein, höre und sehe ich von Mord und Missbrauch, von Terror, Krieg und Korruption. Irgendetwas läuft da doch gewaltig schief auf unserem Planeten. Warum leben wir nicht alle wie unsere beiden Freunde und geben dem anderen den Vortritt oder verzichten auf unser gutes Recht? Kurz gesagt: Warum gehen wir oft lieblos miteinander um?

Paradoxerweise liegt das an der Liebe Gottes, die die Welt kreiert hat. Denn sie schafft es tatsächlich, sich selbst ins Abseits schieben zu lassen. Sie zwingt nämlich keinem ihre Überzeugung auf. Sie schenkt Meinungs- und Wahlfreiheit auf jedem Gebiet des Lebens, auch wo dies ihr selbst schadet.

Wenn der erste Mensch keine Wahlfreiheit gehabt hätte zwischen Gut und Böse, dann wäre er eine manipulierte Marionette gewesen. Aber dass er diese Freiheit hatte, zeugt von einem liebenden Erschaffer. Von einem mutigen Schöpfer, der es riskierte, Chaos zu ernten. Der seine Schöpfung dem freien Geschöpf anvertraute, wohl wissend, dass dieses alles vermasseln kann.

Ja, und deshalb leiden wir heute an den Fehlentscheidungen aller Generationen vor uns, an solchen unserer Weggefährten und an unseren eigenen. Und an uns leiden unsere Familien und Freunde, unsere Nachbarn und Kollegen.

Doch Gott hält immer noch an seinem Ziel fest, eine Welt zu schaffen, in der pure Liebe, also er selbst, herrscht. Wo sein System zur Vollkommenheit gelangt. Wo die sind, die sich freiwillig für ihn entschieden haben. Wir sprechen da platt vom »Himmel«. Gemeint ist eine neue Erde, die nach dieser alten erscheinen wird. In die wir nach dem Sterben gehen können. Aber weil dort nur vollkommene Liebe ihren Platz hat, habe ich da mit meinen Lieblosigkeiten eher keinen Zutritt.

Burkard Vogt / @ pixelio.de
Burkard Vogt / @ pixelio.de

Was macht deshalb Gott? Er nimmt meine Schuld auf sich, trägt die elende Strafe selbst und gibt mir so die Chance, schuldlos in diese neue Welt zu kommen.

Wer hier während seiner Lebenszeit sein Leben in Gottes Hand legt und Gottes Wesen in sich Raum gibt und umsetzt, der gehört untrennbar zu ihm – für Zeit und Ewigkeit.
Und was ist mit unserer Zwischenzeit, in der wir jetzt leben? Die, die sich für Gott entscheiden, »üben« die Liebe schon einmal. Mit Hand und Herz, mit Köpfchen und Kreativität. Eine Gebrauchsanweisung dazu gibt uns die Bibel.
Das war auch das Geheimnis von Hans und Ella: Sie taten mit dem Herzen, was sie dort lasen.

 



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Veröffentlicht3. Juni 2015 von Eleonore Schmitt in Kategorie "Allgemein

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