Donner und Gloria!

Genial und mutig! Das war es, was ich heute dachte, als ich im Klassik-Radio die sogenannte »Zeitmaschine« hörte. Exakt vor 263 Jahren hat ein Mann zusammen mit seinem Sohn ein Experiment gestartet: Er ließ, als ein Gewitter aufzog, einen Drachen an einer nassen Schnur bis in die Wolken steigen. Am Ende der Leine war ein Schlüssel befestigt. Dieser behielt aber nicht mehr lange seine Form und bewies durch sein Schmelzen, dass Blitze gelenkt werden können: Der Blitzableiter war geboren …
Später stellte sein Erfinder, Benjamin Franklin, hohe Stangen neben Gebäude auf. Und tatsächlich, die Blitze wurden von den Häusern abgelenkt in die Erde.

Astrid Götze-Happe / pixelio.de
Astrid Götze-Happe / pixelio.de

So wird es vom 15. Juni 1752 erzählt. Und so leicht kann man sich schützen! Eine Stange aufstellen und der ganze Zorn der Naturgewalten richtet sich ausschließlich gegen diesen Pfahl.

Die Parallele liegt auf der Hand: Da wurde vor vielen Jahrhunderten schon einmal ein Pfahl aufgerichtet, allerdings aus Holz. An ihn genagelt hing ein Mensch, aus Fleisch und Blut. Und über ihn heißt es in einem Lied: »Doch dort am Kreuz, wo Jesus starb, und Gottes Zorn ein Ende fand, trug er die Schuld der ganzen Welt. Durch seine Wunden bin ich heil.«

Jesus ist unser Blitzableiter für Gottes Zorn? Ja, Gott ist es nicht egal, wie wir mit ihm und miteinander umgehen. Mich regen doch auch Ungerechtigkeiten auf! Und manchmal werde ich wütend und würde gerne tatkräftig einschreiten, um Gemeinheiten zu eliminieren oder vielleicht sogar zu rächen. Gott geht es nicht anders. Er hat ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Und sein Maßstab für Gerechtigkeit ist seine eigene Göttlichkeit. Wie fatal, dass wir alle diesem Richtwert nicht gerecht werden können!

Aber Gott hat eine Lösung gefunden:
»Durch Jesus hat er alles mit sich selbst versöhnt. Durch sein Blut am Kreuz schloss er Frieden mit allem, was im Himmel und auf der Erde ist. … eure bösen Gedanken und Taten trennten euch von ihm, doch nun hat er euch wieder zu seinen Freunden gemacht. Durch seinen Tod am Kreuz in menschlicher Gestalt hat er euch mit sich versöhnt, um euch wieder in die Gegenwart Gottes zurückzuholen …«

Das schrieb Paulus an die Christen in Kolossä (Kol. 1,20-22). Und damit auch uns, wenn wir uns auf der Suche nach einem »Blitzableiter« befinden. Denn Gott ist nicht nur der »liebe Gott«, sondern er ist der absolut liebende Gott, der eigenhändig für seinen Zorn eine Lösung geschaffen hat.

Benjamin Franklin bin ich dankbar: Durch ihn kann ich furchtlos im Gewitter leben. Wie dankbar aber bin ich erst Jesus Christus, der mir Angstfreiheit Gott gegenüber garantiert, indem er mich gerecht macht! Durch ihn wird mir Gott zum Vater.

Und: Wie kurzsichtig wäre ich, wenn ich keinen Blitzableiter installieren würde?

Ein Gedanke zu „Donner und Gloria!“

  1. Darüber haben wir am Sonntag eine sehr sehr gute Predigt gehört! Wir können es ja nicht mal ansatzweise erahnen, was das alles bedeutet! Der heilige sündlose vollkommene (Sohn) Gott(es) lässt sich zum Blitzableiter für meine Schuld machen!!! Unvorstellbar!!

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