endgültig: Was am Ende gültig ist

Kurt Michel @ pixelio.de

Das ist wohl der Albtraum jedes Blogbetreibers: den eigenen Weblog endgültig zu crashen, den Zugang zu verlieren und nur noch vor einem weißen Bildschirm zu sitzen. Und dieser Albtraum wurde bei mir vor drei Tagen beinahe zur Realität.

Das ging ganz einfach. Gerade noch bastelte ich an einigen Verbesserungen herum – und im nächsten Augenblick ging nichts mehr. Njet, nada, niente … Aus und vorbei …

Ich kann euch gerne das Rezept zu solch einer Software-Katastrophe nennen: Installiert einfach (jegliche Warnung ignorierend) ein Plug-in, das mit dem System nicht übereinstimmt. Und schon habt ihr das gefürchtete Ergebnis. Die Software stürzt ab und der Server erkennt euer Passwort nicht mehr an. Er macht quasi die Tür zu und lässt euch ohne Schlüssel draußen stehen.

Wie ihr seht, bin ich aber wieder „drinnen“, und zwar so, als ob nichts passiert wäre. Das habe ich unserem jüngsten Sohn zu verdanken. Bei dem wohne ich homepagemäßig sozusagen zur Untermiete. Das heißt, mein Blog erscheint in seiner Domain, auf einer eigenen Seite. Und er konnte mir wieder den Zugang verschaffen und den Schaden beheben.

Nun wäre das alles ja eigentlich kaum eine Notiz wert, wenn es nicht beispielhaft auf eine endgültige Katastrophe hinweisen würde:

Gott hatte uns Menschen in der damals gerade neu erschaffenen Welt Lebensraum zur Verfügung gestellt, in dem wir wirken und kreativ sein durften.

Gabi Eder @ pixelio.de

Doch trotz der eindringlichen Warnung, haben wir uns für ein Plug-in entschieden, das das ganze Leben endgültig in den Sand setzte – und die Umwelt gleich mit. Statt auf Gott zu schauen und in seiner Liebe zu leben, wollten wir „Gut und Böse“ kennenlernen. Wir aßen von der Frucht, die uns das versprach – und das war der Anfang vom Ende. Das Plug-in „Böse“ ruinierte das ganze System. Und wir stehen seitdem draußen vor dem Paradies und haben weder einen Schlüssel noch sonst eine Möglichkeit, wieder hinein zu kommen.

Wäre da nicht der Sohn …

In diesem Fall der Sohn des Herstellers, des Schöpfers. Durch eigenen Einsatz hat Jesus uns den Schlüssel beschafft. Dazu musste er das Böse erst einmal besiegen, was ihm selbst Schmerzen und eigenes Sterben einbrachte. Aber er hat es geschafft, indem er wieder ins Leben zurückkam. Nun hält er uns den Schlüssel hin, damit wir ihn nehmen. Dieser Schlüssel ist das Vertrauen darauf, dass er für uns das Plug-in, die Sünde, besiegt hat und dass er allein die Lösung ist.

Jesus sagt: „Ĭch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?“ (Johannes 11,25+26)

Als unser Sohn mir gestern Abend den Zugang zu meinem Blog wieder öffnete, habe ich innerlich gejubelt und habe sein Angebot dankend angenommen. Ich hätte auch aufgeben können und mich nicht mehr um meinen Blog kümmern können. Das wäre zwar dumm, aber für mich nicht weiter gefährlich gewesen. Doch Jesu Angebot nicht anzunehmen, sondern zu ignorieren: Damit schließen wir uns selbst vom eigentlichen Leben aus. Zeitlich – und für alle Ewigkeit. End – gültig. Und das wäre unendlich tragisch …

Neue alte Software

Wie eine durch Viren umgestaltete Software, so hatte sich der christliche Glaube in den Jahrhunderten nach Christus verändert und verformt.

Dieter Schütz @ pixelio.de

Luther hatte – um im modernen Bild zu bleiben – die originale Software wiederentdeckt, die der christlichen Welt neu den Weg zu Gott wies. Seine Formatierung der kirchlichen Lehre, seine Re-Formation, war nötig, um die ursprünglichen Informationen wieder zu installieren: Solus Christus – Sola Gratia – Sola Scriptura – Sola Fide.

Das sind die Metadaten. In den anschließenden 500 Jahren musste die Festplatte des Glaubens wiederholt aufgeräumt und von Datenmüll befreit werden. Das gilt heute noch genauso in unseren Kirchen und Gemeinden wie auch mir persönlich. Sonst werden wir lahm und unbrauchbar.

Solus Christus – Sola Gratia – Sola Scriptura – Sola Fide. Keine noch so fromme Tradition oder kirchliches Regelwerk kann diese Fakten ersetzen. Auch wenn uns aus allen Richtungen fortschrittliche Anwendungen angeboten werden, so führen sie doch immer zu Verfälschungen und enden in der Wirkungslosigkeit.

Lassen wir es dabei: allein Jesus, der Erlöser – allein die Gnade – allein die Heilige Schrift – allein der Glaube.

Dieter Schütz @ pixelio.de

Freiheit!

Wilhelmine Wulff @ pixelio.de
Wilhelmine Wulff @ pixelio.de

Hoffentlich klappte das. Die Patientin war schwierig und penetrant in ihren Forderungen nach einer Schlaftablette. Ich befand mich allein auf der Station und der Arzt hatte unmissverständlich klar gemacht: kein weiteres Schlafmittel!
Sie aber nörgelte herum, glaubte mir nicht, was der Arzt gesagt hatte, und bezichtigte mich der Faulheit und Sturheit. Ich sah keine andere Möglichkeit mehr, ging in die Stationsküche, nahm von unserem Pfefferminztee 10 abgezählte Tropfen und verdünnte sie in einem Messbecherchen mit Wasser. Dann kehrte ich in ihr Zimmer zurück und gab sie ihr mit der Erklärung, dass das genau 10 Tropfen eines bewährten, hilfreichen Mittels seien. Erst war sie skeptisch, aber ich versicherte ihr, dass es nicht nur Wasser war.
Am nächsten Mittag, als ich wieder auf Station erschien, wurde mir mitgeteilt, dass die Patientin voll des Lobes für mich war: Ich hätte ihr endlich Mal eine Arznei gegeben, die geholfen hat. Sie habe bestens geschlafen!
Das ist nun etwa 40 Jahre her. War diese Frau psychisch gestört? Nein, ihr Verhalten war und ist typisch für die meisten Menschen: Was wir glauben, beeinflusst unser Leben.
Da kommt einem als Christ schnell die Frage:

Jens Roth @ pixelio.de
Jens Roth @ pixelio.de

Ja, warum bin ich dann nicht fröhlicher, gelassener und hoffnungsvoller? Ich glaube doch an die Frohe Botschaft von Jesus!
Jain, habe ich festgestellt, viele von uns glauben zwar an Jesus und folgen ihm von ganzem Herzen nach – aber wir glauben nicht wirklich das, was im Neuen Testament steht. Wir sind so in unserer westlichen, christlichen Kultur verwurzelt, dass wir manchmal kaum merken, wie knapp am Evangelium vorbei wir glauben.
Eine Testfrage dazu:
Ist uns klar, dass wir »gesetzlos« sind? Dass wir keinem Gesetz unterstehen? Dass Gott uns einmal am Ende der Zeit nicht fragen wird, ob wir moralisch gut gelebt haben? Sein einziges Thema wird die Liebe sein, ob wir sie geübt haben. Ob wir ihn geliebt haben, indem wir den Menschen Gutes getan haben.

Jesus sagte von sich, dass er das Gesetz erfüllt hat. Paulus sah sich als jemanden, der nicht mehr unter dem Gesetz steht.
Jesus setzte ein neues Gebot ein: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.

IMAG0068Welch eine Freiheit! Ich muss nicht verkrampft schauen, ob ich etwas nicht darf oder gerade doch tun sollte. Meine Triebfeder ist nicht ein schlechtes Gewissen. Alleiniger Maßstab ist die Liebe: Worüber freut sich mein Mann? Was hilft dem Nachbarn? Womit kann ich dem Flüchtling drüben in der Unterkunft dienen? Macht das Gott Freude? Und genau das gibt meinem Leben einen tiefen Sinn und Reichtum.
Aber wo ich die Liebe schuldig geblieben bin, springt Jesu Erbarmen für mich ein und vergibt mir das. Darum ist es erledigt und braucht mich nie mehr zu beschäftigen. Und ein Fegefeuer wird es für mich nicht geben!

Glaube ich das wirklich? Nehme ich von dieser Freiheit jeden Morgen neu einige Tropfen und setze mich ihrer Wirkung aus? Das ist wahre Medizin im doppelten Sinn des Wortes!

Weihnachten – Gottes verrücktes Weltbild

Athanasius Pernath @ pixelio.de
Athanasius Pernath @ pixelio.de

Gottes Sohn wurde Mensch.
Nun wird der Mensch Gottes Kind.

Jesus nahm eine menschliche Identität an.
Der Mensch bekommt eine göttliche.

Jesus wird Mensch durch die Neu-Schöpfung des Heiligen Geistes.
So wird auch der Mensch Gottes Kind: durch eine neue Schöpfung des Heiligen Geistes.

Jesus verließ den Himmel der Liebe Gottes, um »unter dem Gesetz zu leben«.
Der Mensch verlässt die Gesetzlichkeit, um in der Liebe zu leben.

Jesus starb für den Menschen, indem er sich für ihn zum Sündenbock machte.
Der Mensch lebt mit Gott, weil er nun keine Strafe mehr befürchten muss.

Jesus war der Letzte, der gottlos sterben musste.
Der Mensch stirbt nicht mehr.

Jesus kam zu den Menschen auf die Welt und wurde heimatlos.
Der Mensch geht am Ende zu ihm und bekommt eine Heimat.

Jesus kam freiwillig zu den Menschen.
Freiwillig kommt der Mensch zu ihm.

Kommt der Mensch? Komme ich?

Dann habe ich neues Leben, eine neue Identität:
Ich bin gesetz – los und lebe die Liebe.
Ich lebe, denn Jesus lebt in mir.
Ich werde nie sterben, sondern lediglich einen Schritt weiter gehen – in meine Heimat bei Gott.

Freiwillig. Ohne Zwang. Es ist Gottes Geschenk. Weihnachten.

Ich feiere Jesu Geburtstag am 24. Dezember.
Und Gott feiert meinen Geburtstag als sein Kind: Der war im August 1967.

Weihnachten – Gott verrückt das Weltbild.