Aller Anfang kann so leicht sein …

Mit 15 Jahren wollte ich nicht mehr in die Gemeinde gehen. Die Jungscharzeit war vorbei und ich wollte mich jetzt abseilen und unabhängig werden. Dumm war nur, dass sich meine – um ein Jahr ältere – Schwester genau zu dieser Zeit in ihren heutigen Mann verliebte.

Wir wohnten in einer einsamen Gegend und mein Vater erlaubte es uns nicht, dass wir abends allein nach Hause kamen. Was sollte meine Schwester machen? Ihre heimliche Liebe konnte sie am besten im Jugendkreis treffen, und der fand abends statt … Folglich wollte sie unbedingt dorthin und bearbeitete mich, dass ich sie begleitete. Da ich die Jugendlichen aus meiner Jungscharzeit kannte, ließ ich mich erweichen – und nach wenigen Wochen wollte ich selbst kein Treffen mehr verpassen. Ich hatte den Anschluss geschafft, wofür ich heute ausgesprochen dankbar bin.

Wie sähe mein Leben wohl aus, wenn ich damals im Abseits gelandet wäre? Ob mein Glaube überlebt hätte? Ob er die Häutungen vom Kinderglauben zum fundierten Vertrauen zu Gott mitgemacht hätte?

Was hat mich wirklich in der Gemeinde gehalten? Grundlegend war mein Besuch der Jungschar: Ich lernte die Kinder kennen, mit denen ich einige Jahre später Freundschaften schloss. Gegenseitig halfen wir uns, unseren Glauben über die schwierigen Teeniejahre hinweg zu retten.

Nicht jeder hat das Glück, dass sich seine Schwester im passenden Moment verliebt. Aber als Eltern können wir manches dazu beitragen, dass unsere Kinder mit Gleichaltrigen in der Gemeinde zusammen spielen, lachen, sich auch mal ärgern und wieder vertragen, Wettspiele austragen, die Natur zusammen unsicher machen und den Glauben erklärt bekommen. Der Gemeinschaftsaspekt ist schon bei Kindern nicht hoch genug einzuschätzen. Ein ideales Sprungbrett, um später Glauben (gemeinsam) zu leben.

Eine Antwort auf „Aller Anfang kann so leicht sein …“

  1. Was für eine schöne Geschichte, Eleonore! Hört sich richtig „Orange“ an: ein Netzwerk von Beziehungen, das Glauben möglich macht.

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