Abhängigkeit

In den letzten Wochen habe ich mir oft Gedanken gemacht, was unseren Glauben von dem der Frauen  in afrikanischen Slums unterscheidet (über sie hatte ich einen Bericht gelesen).  Als Kinder unserer Zeit und Welt haben wir es schwer, in der Abhängigkeit von Gott zu leben – jene praktizieren es allein schon aus der Not heraus. Diese Afrikanerinnen sind mir zu einem Vorbild geworden – und gaben mir dadurch den Anstoß zu dem folgenden Gedicht:

Abhängigkeit

Huskyherz@pixelio.de

Freiheitsliebend, wie ich nun mal bin,
fällt mir oft das Folgen schwer.
Welch ein Adler hat so etwas im Sinn,
fliegt hoch am Himmel er daher?
Unterordnung, blindes Vertraun,
gar die Kontrolle verlier‘n?
Das liegt mir nicht, muss selber schau‘n
und alles inspizier‘n.

Rainer Sturm @ pixelio.de

Ich kauf mir, was ich brauch, im Internet
oder mach mich dort gescheit.
Amazon mit PayPal. Und Pinterest –
Wikipedia ist nie weit.
Zwickt es mich am linken dicken Zeh,
such ich Hilfe für mein Leid:
NetDoktor erklärt mir Ach und Weh,
und die Umschau weiß Bescheid.

Beziehung leb und pflege ich
angepasst an meine Zeit:
In Facebook like und poste ich;
so red ich auch per Skype.
Im Keller ist mein Fitnessraum.
Dort treibe ich den Sport.
Drum brauche ich Bewegung kaum,
fahr mit dem Opel fort.

Das Leben hier in unserer Zeit
sowie in unser‘m Weltenteil
macht frei uns von Abhängigkeit,
von Menschen, Gott und Heil.
In Armutsvierteln, Ghettos, Slums:
Da sieht das anders aus.
So mancher hat hier Gott erkannt,
und fand aus inn‘rer Not heraus.

Wo finde ich das Lebensglück – und wie?
Gekoppelt ist’s mit Gottes Hand!
‚Abhängigkeit’ heißt doch der Menschheits-Key,
und Passwort ist der tiefe Dank.
So fehlt das Lachen in der Reichenwelt,
den weisen Armen gehört es wohl.
Sie sind vermögend hier auch ohne Geld,
doch wir sind arm und seltsam hohl.

sokaeiko@pixelio.de

Drum wend‘ ich meinen Sinn zu dir,
mein Gott, und geb‘ dir ab:
Kontroll‘ gehört nicht länger mir,
die werf‘ ich gern ins Grab.
Führe du mich deinen Weg zum Ziel,
und gib mir, was ich brauch.
Ich bin zufrieden, ob karg ob viel –
um and’re kümmer ich mich auch.

Als Adler schwebt‘ ich einst daher,
so stolz und unabhängig.
Ich suchte Glück und auch viel Ehr –
doch: Leben ist vergänglich.
Heut‘ werde ich gern getragen
von Gottes starken Schwingen.
Ewig möcht‘ ich davon sagen
und Jubel-Lieder singen.

Eleonore Schmitt

2 Antworten auf „Abhängigkeit“

  1. liebe Eleonore, zuerst war ich etwas irritiert als ich den Namen Ellinora las, nun bin ich doch überzeugt, dass es Deine Gedanken sind, die sich in Gedichtsform darstellen.
    Ja, wahrlich, es ist gut, wenn man sich immer wieder klar macht, wie gut unser Leben verläuft. Wie selbstverständlich wir alles nehmen, anstatt in allem Gott die Ehre zu geben.
    Ich habe durch meinen Sohn direkt in Afrika erleben dürfen, wie innig und intensiv dort Glaube gelebt wird.
    Aber gut ist, wenn wir uns ab und zu gegenseitig daran erinnern, wie dankbar wir Gott sein dürfen und daraus auch unseren Auftrag zu unserem Handeln nehmen.
    Sei unserem Gott anbefohlen und von mir herzlich gegrüßt
    Dorothea Hübner

    1. Liebe Dorothea,
      ich habe meinen angezeigten Namen nun in den richtigen geändert – Ellinora war technisch bedingt … und ich lerne stets dazu 🙂
      Danke für deinen Kommentar und die damit verbundenen Grüße!
      Alles Gute und liebe Grüße,
      Eleonore

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.