Wie entsteht Frieden?

Dieter Schütz @ pixelio.de

„Geschichte“ ist für viele Schüler ein Synonym für Langeweile. Ich weiß noch, dass dieses Fach lange Zeit keinerlei Relevanz für mein Leben hatte. Ob nun „7-5-3: Rom schlüpft aus dem Ei“ oder „3-3-3: bei Issos Keilerei“ – das alles waren für mich tote Fakten und deshalb uninteressant.

Geschichte wurde für mich bedeutsam, als sie mir näher rückte. Plötzlich lernten wir eine Zeit kennen, die meine Großeltern und meine Eltern erlebt hatten. Und ich hörte deren eigenen Schilderungen. „Geschichte“ stellte quasi das Skelett dar, während die Erzählungen es zum lebendigen Wesen machte. Und dieses Wesen ist es, das uns und unser Volk nachhaltig prägt. Deshalb ist es entscheidend, die persönlichen Erlebnisse immer wieder zu Wort kommen zu lassen, damit unsere Nachkommen ebenfalls die Chance haben, ihre Gesellschaft weise und gut zu gestalten.

Eine solche Erfahrung möchte ich hier weitergeben. Sie begann während des Zweiten Weltkrieges. Es war unser Volk, das Holland besetzte und dort grauenvolles Leid anrichtete. Da, wo wir heute Urlaub genießen, haben unsere Vorfahren ihre teuflische Ideologie ausgelebt: Juden wurden zusammengetrieben und vernichtet.

Und wehe den Niederländern, die ihnen halfen. Sie wurden rücksichtslos hingerichtet wie der Vater der kleinen A.: Einfach durch einen Genickschuss getötet. Urplötzlich war eine junge Frau Witwe und das Mädchen, das noch ein Baby war, lernte ihren Vater nie kennen.

Ich bin A. erst später begegnet. Sie hatte einen langen Lebensweg hinter sich, voller Hass gegen uns Deutsche. Auch als sie Christin wurde, hat sich das nicht so schnell geändert. Langsam, im Laufe der Zeit, erkannte sie, dass Jesus sie innerlich nur dann von diesem Leid heilen konnte, wenn sie den Deutschen vergab. Heute reist sie durch Deutschland und hilft, dass unserem Volk Gottes Güte bekannt gemacht wird.

Ähnlich wie sie haben andere holländische Christen bereits direkt nach dem Krieg ihren Groll auf uns beiseitegelegt. Sie richteten für deutsche Kinder ein Freizeitheim her, damit diese in den Ferien von Gott hörten.

Sabine Meyer @ pixelio.de

Dadurch erlebte ich in den 60-ger Jahren jeden Sommer drei herrliche Wochen – und fand dort Jesus Christus als meinen Erlöser. Vielen anderen Kindern erging es ähnlich. Und eine ganze Anzahl von ihnen wurde Pastor oder MissionarIn – oder wie ich eine „nichtamtliche“ Christin, die genauso an Gottes Reich baute.

Warum erzähle ich das? Damit wir aus der Geschichte lernen. Denn immer, wenn ein Volk gütig zu seinen Feinden ist, wächst daraus etwas Gutes. Auch die Amerikaner haben uns nach dem Krieg mit Care-Paketen geholfen. Während viele von ihren jungen Männern ermordet in der europäischen Erde lagen oder körperlich und seelisch behindert zurück in ihre Heimat kehrten, schickten sie uns Seife, Waschmittel, Mehl oder anderes, was wir zum Leben brauchten.

Im Jahr 2015 hat unsere Bundeskanzlerin ähnlich gehandelt: Sie entschied, dass zehntausende Flüchtlinge in unserem Land Asyl finden durften. Dafür ist Frau Merkel oft gescholten worden. Ein Argument lautet nach wie vor: Wir haben nicht genug für uns alle. Sonderbar ist allerdings, dass ausgerechnet Deutschland heute wirtschaftlich besser dasteht, als es uns prognostiziert wurde – und besser als unsere europäischen Nachbarn. Und wie viele arabische Mitbürger haben bereits Jesus als ihren Erlöser gefunden!

Wir sollten nicht ohne Gott rechnen, weder in unserem persönlichen Leben, in der Familie noch in unserer Gesellschaft. Lernen wir von den mutigen Christen überall auf der Welt, indem wir ohne Wenn und Aber Gottes Liebe verschenken – an Freund und Feind. Das ist der sicherste Weg, dass auch die nächsten Generationen Frieden erleben werden.

Das Jahr spiegelt das Leben

Ziemlich unbemerkt von den meisten Menschen ist das alte Jahr zu Ende gegangen. Ohne Feiern und ohne Feuerwerk hat es sich verabschiedet und ist leise dem neuen gewichen.

Auch ich hätte den Wechsel kaum wahrgenommen, hätte ich nicht heute Morgen meine Losungs-App geöffnet und gelesen: „Beginn des neuen Kirchenjahres“.

RainerSturm@pixelio.de

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Was ist mir eigentlich wichtig im Jahresreigen? Die einzelnen Monate, die Anzahl der Tage? Ist das Jahr – wie auch das Leben selbst – nur eine Addition von Wochen? Oder steht nicht eher die christliche Botschaft sinngebend hinter dem einen wie dem anderen?

Unsere Feiertage bringen diese Botschaft jeweils auf den Punkt: die Wartezeit auf unseren Erlöser, Jesu Geburt, meine Rettung durch sein Sterben und seine Auferstehung, das Geschenk seines Geistes? Auch der Dank für eine gute Ernte, für unsere Versorgung mit allem Nötigen durch Gott? Die Besinnung auf die Ewigkeit am Ende des jährlichen Kreises?

Bei alledem gefällt mir das Motto, das stets am ersten Sonntag des Kirchenjahres (dem ersten Advent) mit Sacharja 9,9 verkündet wird: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“

Georg Weissel führt diesen Vers erklärend aus:

Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unsre Not zu End er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
„Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.“

Interessant ist, dass selbst die meteorologischen Jahreszeiten exakt zum christlichen Jahresrund passen:

Den Auftakt bildet der Advent, der in den Winter fällt, in dem alles abgestorben zu sein scheint. Da warten wir Menschen auf neues Leben, sehnen uns nach Licht. Wir wünschen uns Wärme im Angesicht der Kälte, die uns mal mehr, mal weniger auch im eigenen Leben umgibt.
Da tröstet die Losung: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“

Der Frühling besiegt die letzten Hinweise auf Sterben und Tod: Gelbe Krokusse schieben sich durch vertrocknetes Laub. Über die Erde legt sich eine grüne Decke und das Morgenkonzert der Amseln und Meisen löst die bisherige Stille des Winters ab. Karfreitag – Ostern – Himmelfahrt und Pfingsten: Wir feiern die Erlösung, die vom Tod zum überfließenden Leben führt.
Das Motto stimmt: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“

Der Sommer gibt Raum zum Genießen. Alles reift, die Tage sind lang und hell, die Begegnungen zwischen uns Menschen ergeben sich wie von selbst: Wir verbringen unsere Zeit gerne draußen, sehen und hören einander. Aber in allen Vorteilen stecken auch leicht die zu hohen Erwartungen mit ihren zwangsläufigen Enttäuschungen: Regen, Hitze, Gewitter – genauso wie im schon reifer werdenden Leben.
Doch auch jetzt gilt: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“

VolkerMühlenbruch@pixelio.de

Und endlich meldet sich der Herbst an. Mit der Ernte krönt Gott das Jahr mit seiner Güte (so formulierte es einst ein biblischer Liedermacher) – und wir danken es unserem Schöpfer! Und wie nun die Bäume das Chlorophyll der Blätter in die Wurzeln verlagern, um diese für den Winter zu stärken, so tun auch wir Menschen gut daran, unsere Energie in unsere Wurzeln zu stecken und nicht zu sehr für unser jugendliches Erscheinen zu verwenden.
In dieser Jahres- wie Lebenszeit wird die Umgebung langsam trister, doch im Angesicht der Ewigkeit greift die Losung ganz neu:
„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“

 

Macht hoch die Tür, die Tür macht weit, 

es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unsre Not zum End er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland groß von Tat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
mein Tröster früh und spat.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
eu’r Herz zum Tempel zubereit’.
Die Zweiglein der Gottseligkeit
steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
so kommt der König auch zu euch,
ja, Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.

(Georg Weissel)

 

 

Ich bin eine Blumenvase

Etwa einmal in der Woche gehe ich mit einer Freundin spazieren. Ja, man könnte es auch eine 1½-stündige Wanderung nennen: Vorbei an einem idyllischen Bachlauf, durch Wiesen und Felder bis auf eine Anhöhe, von der aus wir über ganz Würzburg schauen können. Herrlich!

Alles dabei tut mir gut: die Natur in ihrem stetigen Wandel zu erleben wie auch unsere tiefgehenden Gespräche. Es gibt da nur einen Wermutstropfen, der aber auch sonst mein Leben ein bisschen beschwert: freilaufende Hunde.

Karl Dichtler @ pixelio.de

Seit ich denken kann, sind mir diese Vierbeiner nicht geheuer. Das hat verschiedene Gründe, und es gab auch schon viele gute Ratschläge, wie ich diese Angst überwinden kann. Nur: Nichts davon hilft. Manches ist sogar kontraproduktiv, genauso wie die gut gemeinte Aussage des Hundebesitzers: „Der tut nichts!“, während mich das kalbsgroße Tier schwanzwedelnd anspringt. Nein, der Hund selbst tut mir nichts, denn für den Beinahe-Herzinfarkt ist ja meine eigene Panik verantwortlich …

Während unserer Wanderungen treffen wir dann und wann auch auf solche vierbeinigen Geschöpfe. Meine Freundin rastet dann beinahe vor Freude aus, krault sie und unterhält sich liebevoll mit ihnen, während ich zusehe, dass genug Abstand zwischen uns entsteht und sich vielleicht eine Fluchtmöglichkeit auftut.

Irgendwann einmal

hat mich meine Wandergenossin in das Geheimnis einer entspannten Beziehung zwischen Mensch und Hund eingeführt. Wenn ich keinen Kontakt mit Hunden haben möchte, müsse ich mit ihnen umgehen wie mit einer Blumenvase: einfach nicht weiter beachten. Dann würden die mich auch in Ruhe lassen.

Ich versuchte es eine Woche lang. Aber das half mir nicht wirklich. Bei unserem nächsten Gespräch gab ich ihr zu bedenken: Schön und gut, dass die Hunde für mich eine Blumenvase sein sollen. Aber was hilft es, wenn die Hunde sich selbst nicht als solche sehen und mich anfallen?
Ihre Antwort: „Eleonore, du bist für die doch auch nicht mehr als eine Blumenvase – völlig uninteressant, so lange du sie nicht beachtest!“

Rainer Sturm @ pixelio.de

Das war mein Durchbruch in Sachen Hundeangst! Wenn mir heute ein freilaufender Hund entgegenkommt, schaue ich weg und denke: Ich bin nur eine Blumenvase für ihn. Und was soll ich sagen? Kein Hund interessiert sich mehr für mich 🙂

Heute Morgen las ich in der Bibel eine ähnliche Geschichte. Und zwar im Römerbrief. Dort geht es nicht um Hunde, sondern um die Sünde, die uns tatsächlich anspringen und verschlingen will. Paulus gibt uns den Rat: Du bist für sie langweilig wie eine Blumenvase … Er nennt es: „Für die Sünde sind wir tot“.

Es ist eine Frage meiner Identität.

Wer bin ich? Zugegeben, bei den Hunden tue ich nur so, als sei ich eine wandelnde Blumenvase. Aber was die geistliche Realität angeht, so bin ich tatsächlich der Sünde gestorben. Paulus erklärt das mit unserer Taufe: Wie wir im Wasser untergetaucht wurden – quasi ins Grab gelegt wurden – so sind wir der Sünde gestorben. Durch das Auftauchen sind wir mit Jesus wieder lebendig geworden und leben seitdem für ihn. Tot für die Sünde, lebendig für Gott.

Praktisch kann das so aussehen: Da klopft das Lästermaul bei mir an, aber ich bin nicht da. Denn ich lebe dort, wo man Förderndes sagt. Da will das Selbstmitleid mir die Tür einrennen, aber es gibt gar keine Tür mehr, da ich neu gebaut habe und in einem Haus der Versöhnung lebe. Da will der Zorn über unfähige Verkehrsteilnehmer über mich herfallen. Aber auf dem Fahrersitz sitzt nicht mehr die cholerische Eleonore, sondern eine segnende Fahrerin.

Für die Hunde bin ich eine langweilige Blumenvase, für die Sünde bin ich mausetot und für Gott lebe ich pumperlebendig. Ich gebe zu, dass ich mich immer noch in der Übungsphase befinde. Doch sie macht schon einen echten Unterschied!

Siehe Römer 6,1-11

 

Neue alte Software

Wie eine durch Viren umgestaltete Software, so hatte sich der christliche Glaube in den Jahrhunderten nach Christus verändert und verformt.

Dieter Schütz @ pixelio.de

Luther hatte – um im modernen Bild zu bleiben – die originale Software wiederentdeckt, die der christlichen Welt neu den Weg zu Gott wies. Seine Formatierung der kirchlichen Lehre, seine Re-Formation, war nötig, um die ursprünglichen Informationen wieder zu installieren: Solus Christus – Sola Gratia – Sola Scriptura – Sola Fide.

Das sind die Metadaten. In den anschließenden 500 Jahren musste die Festplatte des Glaubens wiederholt aufgeräumt und von Datenmüll befreit werden. Das gilt heute noch genauso in unseren Kirchen und Gemeinden wie auch mir persönlich. Sonst werden wir lahm und unbrauchbar.

Solus Christus – Sola Gratia – Sola Scriptura – Sola Fide. Keine noch so fromme Tradition oder kirchliches Regelwerk kann diese Fakten ersetzen. Auch wenn uns aus allen Richtungen fortschrittliche Anwendungen angeboten werden, so führen sie doch immer zu Verfälschungen und enden in der Wirkungslosigkeit.

Lassen wir es dabei: allein Jesus, der Erlöser – allein die Gnade – allein die Heilige Schrift – allein der Glaube.

Dieter Schütz @ pixelio.de

KISS & GO

Unsere Grundschule befindet sich im sogenannten ‚Altort‘ von Höchberg, mitten zwischen schmalen Straßen und Gässchen, die teilweise ohne Bürgersteig sind. Jeden Morgen findet hier ein spannender Wettkampf statt: Wem gehören die Verkehrswege? Müttern, die ihre Sprösslinge zur Schule bringen? Lehrern, die dringend einen der Parkplätze benötigen? Oder Kindern, die es tatsächlich wagen, zu Fuß in den Unterricht zu marschieren?

Nun gibt es bei uns seit dem neuen Schuljahr ungewöhnliche Schilder, und zwar an drei ausgesuchten Orten. Ich finde sie einfach genial. Sie zeigen, dass unsere Stadtplaner nicht nur Verstand haben, sondern auch das Herz auf dem rechten Fleck:

KISS & GO! Ab hier schaffen wir das alleine!

Alle Grundschuleltern bekamen einen Flyer, der das Konzept erklärte: Grundsätzlich soll kein Fahrzeug mehr auf den unmittelbaren Wegen vor der Schule verkehren. Kinder, die per Auto gebracht werden, verabschieden sich an den „Kiss & go“- Punkten von ihren Eltern. Denn sie haben ab da einen sicheren Weg bis in ihre Klasse.

Wen wollen diese Schilder eigentlich ansprechen? Die Mama, die ihre Sorgen-Sophie lieber bis zur Schulpforte kutschiert? Oder den Papa, der dem Morgenmuffel-Matthis, der einfach nicht fertig wird, das Zuspätkommen ersparen will? Oder sollen die Kinder ermutigt werden: Ab hier könnt ihr es selbst?

Ich glaube, alle sind gemeint. Und die Botschaft ist nicht nur verkehrstechnisch relevant. „Kiss!“ Und danach erst „Go!“ Nehmt euch Zeit, um euch freundlich in den Tag zu verabschieden!
Jeder fühlt sich nach einem ermutigenden Zeichen und guten Wort besser. Eine innere Sicherheit begleitet das Kind, wenn sein Papa ihm am Morgen signalisiert: „Egal, was ist, ich stehe zu dir!“ Oder wenn seine Mama ihm versichert: „Du bist mir wichtig!“

Ja, auch uns Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten täte solch eine persönliche Vergewisserung gut. Bevor der Tag richtig anfängt, könnten wir einen eigenen „Kiss & go“- Punkt wahrnehmen: Kurz mit unserem himmlischen Vater über die Anforderungen, die an uns gestellt werden, ins Gespräch kommen und uns von ihm zusprechen lassen: „Du bist mir wichtig! Ich stehe zu dir!“

Solch ein „Kiss & go!“- Punkt kann für Papa Paul eine Parkbucht auf dem Weg zur Arbeit sein, in die er morgens steuert, den Motor noch einmal ausstellt und sich auf Gott konzentriert. Für Mama Moni gilt Gleiches – oder es ist die Küchenbank, wenn alle das Haus verlassen haben: Mit Kaffee und den Losungen in der Hand begegnet sie Gott. Und Oma Elli hat einfach schon mehr Zeit und vertraut alle ihre Familienmitglieder der treuen Fürsorge Gottes an.

„Kiss & go!“ Zum Schluss kommt das „Go!“ Da wir in dem einen Augen-Blick tatsächlich Gottes Freundlichkeit angeschaut haben, können wir mutig in den Tag starten.

Heinrich Linse @ pixelio.de

Die Seele baumeln lassen

Rainer Sturm / pixelio.de
Rainer Sturm / pixelio.de

Sommer, Sonne, Seele baumeln lassen. Das ist meine Hoffnung für diese Jahreszeit. Sie gleicht einer geheimen Wunschliste, die ich Jahr für Jahr neu schreibe, obwohl die Vergangenheit da Vorsicht gelehrt hat.

Voll Vorfreude auf den Urlaub tippe ich in meine Wetter-App unseren Ferienort ein und sehe gespannt auf die Symbole. Sofort stellt sich die Ernüchterung ein: Graue Wolken und Regentropfen (nicht nur einer, sondern drei!) erscheinen auf dem Display.

O. k., die Sonne streiche ich von meiner Liste. Bleiben Sommer und Seele-baumeln-lassen. Denn auch warmer Regen hat ja was. Mein Blick gleitet zur Temperaturvorhersage: 18° – 20°C Höchsttemperatur …

Ist jetzt unser Urlaub schon vorbei,

bevor er begonnen hat? Nein, das lasse ich nicht zu. Das wichtigste Element bleibt uns ja noch: Die Seele baumeln lassen.

Und dazu gibt es eine Reihe Angebote: Wellness, Tee bei Kerzenschein, Käseplatte mit Rotwein, ein gutes Buch, durch den regennassen Wald streifen oder ins Kino gehen.

Tragisch ist nur, dass mir das Seele-baumeln-lassen trotz aller Hilfsangebote oft nicht gelingt. Selbst wenn die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint und leichter Wind mir Erfrischung bietet: Mir fehlt die innere Fähigkeit, meine Seele baumeln zu lassen. Stattdessen tummeln und streiten sich in meinem Geist Träume, Ideale und Befürchtungen. Wie um alles in der Welt soll meine Seele da befreit schaukeln wie ein Kind, das selbstvergessen auf- und abschwingt?!

Simone Hainz / pixelio.de
Simone Hainz / pixelio.de

Alles, was baumelt, hängt frei, das ist bei der Seele nicht anders. Und da fangen bereits meine Schwierigkeiten an. Ich müsste ja meine Seele loslassen und nicht an mich binden, damit sie schwingen kann! Und schlimmer noch: Ich brauche einen Fixpunkt außerhalb von mir, an den ich meine Seele aufhänge. Und dann einfach loslassen … Zugegeben, die Vorstellung ist skurril. Doch entspricht sie nicht trotzdem der Wahrheit?

Ich brauche einen absolut sicheren Halt, bei dem ich weiß, dass er trägt. Denn meine Seele vertraue ich keiner fragwürdigen Macht an. Es muss eine Macht sein, die es ganz und gar gut mit mir meint und stärker als alles andere ist. Und diese gütige wie gewaltige Macht habe ich gefunden: Gott – in Jesus Christus.

Das ist meine Lebenserfahrung nach all den Jahrzehnten,

die ich nun auf diesem Erdball lebe: Da, wo ich mich Jesus anvertraut habe und meine eigenen Vorstellungen in seinen Willen legte, da bekam ich Frieden. Da kam ich zur Ruhe. Die Seele fing an zu baumeln … Was für eine Erholung im Sommer wie im Winter. Welche Freude im Angesicht von Unsicherheiten. Zu wissen, dass er es schon richtig – und gut – machen wird, selbst wenn meine Hände gebunden sind, lässt mich zufrieden in die Zukunft schauen.

So sagt nun der Herr: »Weil er mit ganzer Liebe an mir hängt, will ich ihn befreien; ich hole ihn heraus aus der Gefahr, denn er kennt meinen Namen. Wenn er zu mir ruft, werde ich ihm antworten. In Zeiten der Not stehe ich ihm bei, ja, ich reiße ihn heraus und bringe ihn zu Ehren. Ich schenke ihm ein erfülltes und langes Leben und zeige ihm, wie ich Rettung schaffe.« (Ps. 91,14-16; NGÜ)

Tosende Wasser

Dieter-Schütz @ pixelio.de
Dieter-Schütz @ pixelio.de

Unser Lebensweg gleicht einer Wanderung. Da geht es mal durch saftige Blumenwiesen wie über steinige Bergrücken. Alles gehört dazu und wir meistern diese Abschnitte gut. Doch plötzlich stehen wir an einem Flussufer und wissen nicht, wie wir über das Wasser kommen können. Gibt es einen Steg? Fehlanzeige. Eine Fähre? Keine Spur. Eine Seilbahn? Nicht zu sehen.
Stattdessen tosen die Wassermassen an uns vorbei. Die Gischt spritzt uns ins Gesicht, sobald wir zu nahe an das Ufer treten. Die Strömung reißt alles mit sich fort, was ihr in den Weg kommt. Und Strudel ziehen in die Tiefe, was sie zu fassen kriegen.
Was sollen wir tun? Was kann ich machen, um meinen Weg fortsetzen zu können? Ohne ans andere Ufer zu gelangen, hat meine Wanderung keinen Sinn mehr. Aber das ist faktisch unerreichbar. Also trete ich auf der Stelle und suche nach Alternativen – doch ich finde keine. Ich komme nicht vorwärts, laufe an der Böschung auf und ab und strecke zur Probe den Fuß ins Wasser. Oh nein, das wäre beinahe schiefgegangen! Gegen diesen Strom bin ich machtlos!

Kennst du das Gefühl?

Nichts geht mehr. Kraft ist Mangelware und guter Rat teuer. Das Wegstück vor dir ist ein einziges Durcheinander: Wenn du da hinein gerätst, weißt du nicht mehr, was oben oder unten ist.
Nach über 40 Jahren bin ich an einen Hit erinnert worden, der genau diese Ufersituation aufgreift – und eine Lösung zeigt. „Like a bridge over troubled water“ von Simon und Garfunkel ist ursprünglich ein säkulares Lied. Aber der Song hat eine zweite Ebene: Man kann ihn als ein Versprechen verstehen, das Jesus uns gibt. Ins Deutsche übersetzt lautet er so:

Wenn du erschöpft bist und dich klein fühlst,

wenn in deinen Augen Tränen funkeln – ich trockne sie alle.

Ich stehe auf deiner Seite, wenn die Zeiten rau werden und sich keine Freunde finden.

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Wenn du am Ende bist, wenn du auf der Straße gelandet bist,

wenn der Abend so kalt heraufzieht, dann spreche ich dir Trost zu.

Ich übernehme deinen Part, wenn die Dunkelheit kommt und nur Schmerz rundherum ist:

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Segle weiter, Silvergirl! Segle daran vorbei!

Deine Zeit zu leuchten, kommt!

Alle deine Träume sind schon unterwegs. Sieh, wie sie scheinen!

Wenn du einen Freund brauchst: Ich segle direkt hinter dir.

Wie eine Brücke über tosendes Wasser werde ich deine Denken beruhigen.

Wie eine Brücke über tosendes Wasser werde ich deine Denken beruhigen.

Georg Brand @ pixelio.de
Georg Brand @ pixelio.de

Jesus erbarmt sich über uns, indem er uns in unseren schwierigsten Situationen eine Straße baut, auf der wir gehen können. Mit ganzem Einsatz opferte er sich sogar selbst, als es keinen Weg mehr zu Gott gab. Denn unsere eigensüchtige Haltung hatte eine Schlucht zwischen uns und Gottes Gegenwart gegraben. Während wir in innerer Dunkelheit lebten, legte er sich selbst über den Abgrund, der uns von Gottes Licht trennte. So wurde er zur rettenden Brücke.
Das war die großartigste Rettungsbrücke, die je gebaut wurde. Alle, die über Jesus zu Gott zurückgefunden haben, erleben ihn nun immer wieder auch in kleineren Rettungsmanövern: Wo Umstände uns an unsere Grenzen führen, da schenkt er neue Wege. Ja, letztendlich ist er immer der Weg, der uns ans Ziel führt, auch wenn wir einmal am letzten Ufer stehen werden: Dann erst recht wird er unsere Brücke sein, auf der wir unsere eigentliche Heimat erreichen.

Autobahn oder Sessellift?

Grey59 / pixelio.de

Mitte Juni verbrachten wir eine Woche im Allgäu. Die Fahrt dorthin fing gemütlich an. Jedoch merkten wir natürlich bald, dass wir nicht alleine unterwegs waren. Die Autobahn füllte sich nach und nach mit vollbepackten PKWs und Wohnmobilen, mit LKWs und Motorrädern. Die Baustellen bremsten uns alle aus und manch einer schien die Lektionen seiner Fahrschulzeit über Abstand und Geschwindigkeitsbegrenzung vergessen zu haben. Wir drängten uns einspurig über Brücken, die in die Jahre gekommen sind, und gaben Gas, sobald sich die Fahrbahn wieder erweiterte. Jeder eilte seinem Ziel zu und wir überholten einander Schlag auf Schlag.

Kaum waren wir angekommen, besorgten wir uns die Allgäu-Tirol-Karte, mit der man jeden Tag jede Bergbahn einmal benutzen darf. Wir lieben es nämlich, mit den Seilbahnen an den Hängen hinauf zu gondeln und oben ein bisschen zu wandern oder Kaffee zu trinken.

Unsere Favoritenbahn

beginnt im Tiroler Städtchen Bach. Wenn wir die Kartenkontrolle passiert haben, nehmen wir in der Zweier-Sesselbahn Platz und schließen den Bügel. Anschließend schweben wir 1,65 Kilometer lang über die herrliche Alpenwelt hoch zur Bergstation.
Zunächst verlieren sich alle technischen Geräusche, nur das Stahlseil surrt leise vor sich hin. Ein Bussard stößt seinen spitzen Schrei aus, ein paar Spatzen tschilpen im Gebüsch. Der Wind rauscht durch die Tannenwipfel, sonst ist es still.
Wir lassen Krüppellärchen an steinigen Felsen unter uns und bewundern die Vielfalt der Alpenblumen: Gelb, rot, blau und violett präsentieren sie sich auf dem satten Grün der Bergwiesen. Der Himmel leuchtet azurblau. Und die Luft – sie ist klar und rein. Das Gefühl unbeschreiblicher Freiheit macht unser Glück vollkommen.

Jedes mal erleben wir das Gleiche:
Petra Dirscherl / pixelio.de

Kaum haben wir den Bodenkontakt verloren, legt sich ein tiefer Frieden auf uns. Hier verliert sich jegliche Hetze. Mit dem Einstieg in die Bahn geben wir quasi unseren eigenen Willen ab: Wir vertrauen uns dem Seil an und sagen ‚ja‘ zu der Richtung, in die wir geführt werden. Niemand treibt uns. Auf das Tempo haben wir keinen Einfluss. Also lehnen wir uns gemütlich zurück. Wir fürchten weder Höhen noch Tiefen, denn wir hängen sicher am Stahlseil. Und jede Diskussion, welcher Weg der Bessere sein könnte, kommt spätestens jetzt zur Ruhe. Wir verfolgen denselben Kurs. Und zum Schluss erreichen wir das Ziel zur festgesetzten Zeit: nicht eher und nicht später als vorgegeben. Tiefer Frieden umhüllt uns.

Viele Gedanken beruhigen sich, während wir so in der Luft schaukeln. Es geht nicht mehr um mich oder meinen Nebenmann. Wichtig ist allein die Verbindung zum Seil und das Vertrauen, dass es uns trägt. Früher hatte ich Angst, so über dem Abgrund zu schweben und nur von einem Drahtseil abhängig zu sein. Inzwischen habe ich die jahrelange Erfahrung gemacht, dass ich sicher oben ankomme und ich genieße die Aussicht und die Stille der Bergwelt.

Diesen tiefen Frieden

habe ich genauso schon in anderen Situationen erlebt, weitab von Urlaub, Sommer und Sonne. Ich erfahre ihn im Alltag, in Anstrengungen und bei meiner Arbeit. Es gibt nur eine Voraussetzung für ihn: Ich muss das Steuer meines Lebens an Gott abgeben. Dann darf ich mich im Vertrauen auf sein Führen innerlich zurücklehnen. So finde ich diese innere Ruhe. Wenn ich – statt mich und meine Wünsche wichtig zu nehmen – den Fokus auf Gott und sein Reich richte, erfüllt mich dieser unbeschreibliche und beruhigende Frieden. Doch sobald ich meinen eigenen Willen zum Maßstab erhebe und mir mein Glück selbst sichern will, befinde ich mich – um im Bild zu bleiben – nicht im Sessellift, sondern auf der Autobahn des Lebens, wo das Recht des Schnelleren und Stärkeren zu herrschen scheint.

Da wähle ich doch lieber die ‚Sesselbahn‘ und überlasse mich Gott. Denn wie dichtete Paul Gerhard? „Der Wolken, Luft und Winden gibt Weg, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann!“

Philipper 4,7: „Der Friede Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreicht, wird über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid.“

Brückenbauer

www.clearlens-images.de @ pixelio.de
www.clearlens-images.de @ pixelio.de

Wenn ich mein Leben aus der Vogelperspektive betrachte, so sehe ich es als Brücke zwischen der letzten Kriegsgeneration und den heutigen jungen Familien. Ich habe Informationen aus erster Hand, die ich an eine Generation weitergeben kann, die 80 Jahre später lebt.

Meine Eltern gehörten noch zu denen, die eine schreckliche Diktatur erlitten. Ihre Schulzeit war geprägt von politischer Lüge, Rassenhetze und Angst vor Bespitzelung. Sie lernten, dass die Wahrheit nur hinter vorgehaltener Hand gesagt werden durfte. Und statt ihre ausgehende Jugendzeit zu genießen, erlebten sie Luftschutzbunker, Zerstörung und pure Gewalt. Mein Vater kehrte als Schwerstbehinderter aus Russland zurück, meine Mutter hatte zu Hause den sogenannten »Barmer Angriff« hautnah miterlebt: Brennender Teer nach der Bombardierung Wuppertals mit scheußlichsten menschlichen Opfern. Die Stadt ein Ruinenfeld.

Bernd Sterzl @ pixelio.de
Bernd Sterzl @ pixelio.de

Obwohl ich erst 11 Jahre später geboren wurde, spielten wir noch in den »Trümmern«. Das war zwar verboten und gefährlich, aber es war unser Spielplatz. Damals habe ich mich nie gefragt, warum wohl hier diese zerfallene Fabrik stand? In ihr wuchsen Birken und Löwenzahn, eine abgebrochene Steintreppe spornte uns zu akrobatischen Höchstleistungen an. Irgendwann hatten wir einen Mauerspalt so lange bearbeitet, bis wir einen Blick in den Kellerraum wie in ein dunkles Verließ werfen konnten.

Meine Eltern gehörten nicht zu denen, die alles verschwiegen.

Ihnen lag daran, uns zu warnen: vor Volksverführern und verlogenen Ideologien, vor Extremismus und Fanatismus. Sie genossen die Demokratie und hatten Angst davor, dass sie sich eines Tages selbst abwählen könnte.

Dass das möglich ist, sehen wir zurzeit in der Türkei. Und auch die aktuelle Lage in den USA oder die anstehenden Wahlen in Frankreich geben Anlass zur Sorge, dass die Demokratie sich selbst abschafft. Lug und Trug oder auf Neudeutsch »fakenews« bestimmen das Werben um den Wähler. Wenn meine Eltern das noch miterleben würden, sähen sie sich Jahrzehnte zurückversetzt!

Heute, am 22. März 2017 hat unser neuer Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Antrittsrede genau darauf hingewiesen. Auch er gehört zu den damaligen Kindern, die in Ruinen spielten. Auch er ist eine Brücke zu der heutigen jungen Generation. Und er nutzt sein Wissen, das auch er noch aus erster Hand hat, um die Menschen zu warnen:

„Populisten erhitzen die öffentliche Debatte durch ein Feuerwerk von Feindbildern, laden ein zum Kampf gegen das sogenannte Establishment und verheißen eine blühende Zukunft nach dessen Niedergang. Es gibt in Deutschland keinen Grund für Alarmismus. Das nicht. Aber ich sage mit Blick auf das, was sich da tut, mit großer Ernsthaftigkeit: Wir müssen über die Demokratie nicht nur reden – wir müssen wieder lernen, für sie zu streiten!“

Warum schreibe ich das in meinem Blog?

Weil es um unsere Kinder und Enkel geht. Herr Steinmeier fordert auf, sich für die Demokratie der Zukunft einzusetzen. Und für mich heißt das praktisch: Beten, beten und mich nicht nur einseitig informieren. Beten, beten und den Mund aufmachen. Beten, beten und wählen.

Warum haben damals vor und im Nationalsozialismus viele Christen nicht für eine Bewahrung vor dem sogenannten „Führer“ gebetet? Weil sie sich blenden ließen von einem Mann, der so fromm wirkte und die konservativen Werte hochhielt. Sie schauten sich nicht seine Früchte, sondern seine Versprechen an.

Michael Ries @ pixelio.de
Michael Ries @ pixelio.de

Was wäre passiert, wenn die Christen sich vor Gott geneigt hätten und einmütig gebetet hätten? Leider aber sind viele freikirchliche wie kirchliche Leiter Hitler auf den Leim gegangen – und mit ihnen die, die sie in den Gemeinden zu lotsen hatten.

Vor 28 Jahren haben sich in der Diktatur der DDR, in Leipzig jede Woche tausende Menschen zum Gebet getroffen. Was hat das gebracht? Die Öffnung der Grenzen und das Ende der Tyrannei. Paulus forderte uns auf, für die Regierenden zu beten, damit wir (und unsere Kinder!) ein friedliches Leben im Glauben führen können. (1. Tim. 2,2)

Wie kann ich für unsere Politiker beten? Indem ich zum Beispiel die Internetseite der Bundesregierung aufrufe: https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/Bundeskabinett/bundeskabinett.html . Dort werden mir die Verantwortlichen super präsentiert. Begleiten wir sie doch in ihren Entscheidungen und Überlegungen!

Gott, der die Mauern von Jericho ohne Kampf hat fallen lassen

oder den Sieg gegen die Amalekiter nur durch das treue Gebet von Mose geschenkt hat: Dieser Gott ist noch heute derselbe!

Zum Schluss möchte ich noch einmal Herrn Steinmeier zitieren: »Zeiten, in denen Eltern sich fragen, ob es ihren Kindern noch genau so gut gehen wird wie ihnen. Wir leben in Zeiten des Übergangs. Wie die Zukunft wird, darauf gibt es nicht nur eine Antwort. Da ist die Zukunft eben nicht „alternativlos“. Im Gegenteil: Die Zukunft ist offen, und sie ist überwältigend ungewiss!«

Und wir können diese Zukunft segnen, indem wir treu beten. Nicht mit Angst im Nacken sondern mit Hoffnung vor Augen. Unsere Kinder werden es uns später danken!

Christina Bieber @ pixelio.de
Christina Bieber @ pixelio.de

Gütesiegel

20170214_065804Ich weiß nicht, ob du auch zu denen gehörst, die am Ende des Winters regelrecht nach Licht dürsten? Ich jedenfalls gehöre eindeutig zu diesen Menschen. Jeder Tag, der die Sonne länger scheinen lässt, ist mir willkommen und macht mir Hoffnung.
Manches Mal schon habe ich überlegt, ob es nicht einfacher wäre, die Wintermonate in Südspanien zu verbringen? Aber: Was soll ich dort ohne meine Familie? Ohne meine Freunde? Da wäre das Leben doch arg trist, trotz Sonnenschein und Wärme.
Vitamin D soll ja helfen, allerdings habe ich festgestellt: Die Sonne geht davon nicht
eher auf und bleibt auch nicht länger zu sehen …

In diesem Winter habe ich eine echte Entdeckung gemacht:

Es gibt ein Mittel, dass extrem aufhellend wirkt – und dabei nur positive Nebenwirkungen hat. Nicht, dass es mir noch nie begegnet wäre! Im Gegenteil, es ist mir schon mein Leben lang bekannt. Aber seine antidepressive Wirkung ist mir zum ersten Mal so richtig bewusst geworden. Und dann habe ich es getestet, ein ums andere Mal. Und tatsächlich, es versagt nie. Es wirkt. Und es hilft, die Stimmung zu heben. Das Herz wird wieder leicht, Freude macht sich breit.
Auch ist mir aufgefallen, dass Menschen, die dieses Mittel häufig und regelmäßig
benutzen, oft Lachfalten haben. Komischerweise ändern selbst schwierige Lebensverhältnisse daran nichts.
Es hat im wahrsten Sinne des Wortes ein echtes „Güte“-siegel verdient! Und es wird
in der Bibel in direktem Zusammenhang mit Freude erwähnt, und zwar im Philipperbrief:
„Freuet euch, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst allen Menschen
kundsein! Der Herr ist nahe.“ (Phil. 4,4-5). Jedes Mal, wenn ich einem Mitmenschen
gütig begegne, ihm Gutes sage oder tue, dann freut sich mein Herz und jubelt innerlich.

Warum ist das so?

Weil Gott uns so geschaffen hat, dass wir gemeinschaftlich durchs
Leben gehen. Er, der die Liebe ist, hat uns Menschen nach seinem Bild geschaffen.
Ohne freundliche Zuwendung verkümmern wir. Dabei ist es nicht entscheidend, dass
andere mein Bedürfnis nach Liebe stillen, sondern dass ich den anderen sehe und mit
Verständnis begegne.
„Güte ist die Bereitschaft, dem anderen Gutes zu tun.“ So ist Gott. Und mit dieser Veranlagung hat er uns geschaffen. Leben wir anders, hat das negative Konsequenzen für
uns und unsere Umwelt.
Nun ist es ja keine Güte, wenn ich dem anderen nur Gutes tue, damit es mir besser
geht. Nein, echte Güte kommt von Herzen. Wahre Güte öffnet das Herz weit für den
anderen und wünscht ihm nur das Beste. Sie hofft für ihn, sie freut sich mit ihm und
schenkt ihm gerne, was ihm guttut. Das gilt für alle, die in Südspanien leben und
ebenso für die Nordeuropäer. Es ist nicht in erster Linie die Sonne, die unsere Seele
erhellt, sondern die Liebe Gottes, die in unser Herz ausgeschüttet ist. Wenn sie zu
anderen fließt, geht in uns das Licht an und erleuchtet uns innerlich wie ein Scheinwerfer,
wenn der Strom fließt.

Erlebt:
Joujou_pixelio.de
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An der Tankstellenkasse bildet sich eine längere Schlange, weil eine Kundin sich
nicht entscheiden kann, ob sie noch ein Croissant oder ein Brötchen kaufen will. Auch klappt das Bezahlen nicht richtig. Aus dem „schnell mal eben tanken“, wie ich es mir vorgestellt hatte, wird eine Geduldsprobe. Das wird nicht besser durch eine Gruppe von jungen Männern, die hinter mir steht. Einer von ihnen stöhnt mehrmals laut auf und gibt ungeduldige Sätze von sich. Da erwacht in mir mein Erziehungstalent und ich schaue ihn  bewusst an, damit er etwas freundlicher ist. Aber nun wendet er sich gegen mich und zieht über mich her.

 
Mmh, was soll ich tun? Mir steht schon die nächste „Erziehungsmaßnahme“ vor
Augen, da kommt mir der Gedanke, dass dieser junge Mann vielleicht wirklich wenig
Zeit hat und deshalb so sehr gefrustet ist. Also drehe ich mich um und frage ihn, ob er
vielleicht vor mir dran kommen möchte? Ich mache der ganzen Gruppe Platz. Erst
kapiert er mein Angebot nicht, aber dann kennt sein Erstaunen keine Grenzen. Er ist
wie umgewandelt. Er lächelt mich an und redet fortan höflich.
In mir wird es licht. Und das bleibt auch erst einmal so, selbst als ich schon im Auto
sitze und meine Fahrt fortsetze …